Mittwoch, 5. Juni 2013

Kinder betreuen und betreuen lassen

Die Eltern + Kind  Blogparade beschäftigt sich diesen Monat mit dem Thema Kinderbetreuung:

Ich möchte etwas erfahren über eure ganz individuelle Betreuungssituation, über die Situation vor Ort (Ausbau der Betreuungsplätze, Verwandtschaft, wie managt ihr Krankheitsfälle? etc.), eure Gedanken zur Betreuung eurer Kinder. Kindergeld, Elterngeld, Betreuungsgeld – all das kann genauso Thema sein wie Wartelisten bei der Krippenbetreuung oder am allerliebsten Erfahrungsberichte von euch, die die Situation positiv (oder auch negativ) beleuchten. Was würdet ihr euch wünschen? Was würdet ihr ändern? Wie handhabt ihr die Betreuung eurer Kinder?

Was die Betreuung unseres Sohnes angeht, haben wir wirklich sehr viel Glück! Meine komplette Familie wohnt in derselben Stadt wie wir und die Eltern meines Freundes sogar nur zwei Straßen weiter. Sollte mal irgendetwas sein, ist immer jemand da, der schnell mal einspringen kann. Zudem geht Ian zwei Mal die Woche zu einer Tagesmutti, um mehr Kontakt zu anderen Kindern zu haben und damit ich ein wenig entlastet bin (einige von euch wissen ja, dass ich an einer starken Schilddrüsenunterfunktion leide, die mich sehr einschränkt und zudem bin ich grad im 6. Monat schwanger). Leider hört unsere Tagesmutter zum August auf und ich bin nun schon eine ganze Weile damit beschäftigt, nach einem neuen Platz zu suchen. Erstaunt war ich bislang darüber, dass nur so wenige Tagesmütter eine Homepage besitzen oder überhaupt im Internet zu finden sind. Seiten wie www.betreut.de sind zwar hilfreich (darüber haben wir unsere Tagesmutter gefunden), aber auch leider unheimlich teuer. Ich weiß die Preise grad nicht so aus dem Kopf, aber ich glaub ich habe über 10 € die Woche dort zahlen müssen und das nur, um einen Betreuungsplatz für unseren Sohn zu finden. Das finde ich schon ganz schön arg.

Ich weiß aber, dass es viele Familien gibt, die es da viel schlechter haben als wir. Ian müsste genaugenommen nicht unbedingt in eine Krippe oder zu einer Tagesmutter gehen. Aber es entlastet mich wirklich ein gutes Stück und ich bin eine viel entspanntere Mami. Er geht ja auch nur zwei Mal die Woche dorthin. Vor allem ist mir aber wirklich wichtig, dass er mit anderen Kindern in seinem Alter spielen kann. Denn genauso erschreckend wie den Mangel an Tagesmüttern und Krippenplätzen finde ich die Tatsache, dass es bei uns in der Stadt fast überhaupt keine Krabbelgruppen oder ähnliches gibt. Mit Glück findet man sowas auf den Dörfern, aber da wir kein Auto haben, kommt das für uns leider nicht in Frage. Und in unserem Bekanntenkreis gibt es einfach viel zu wenige Kinder. Es ist zwar sehr einfach Mütter aus derselben Stadt im Internet kennenzulernen, aber es ist furchtbar schwer, sie zu Treffen zu animieren. Ich bin allein bei Facebook in verschiedenen Müttergruppen drin und fast nie kommt es zu Treffen, weil scheinbar die Motivation einfach nicht da ist. Ich weiß, das weicht jetzt ein wenig vom eigentlichen Thema ab, aber wenn es mehr Angebote für Kleinkinder geben würde, dann bräuchte zumindest ich persönlich nicht unbedingt einen Platz für mein Kind bei einer Tagesmutter.

Neulich habe ich übrigens entdeckt, dass es bei uns in der Straße ein ganz tolles Kinderhaus gibt. Ich bin dort zwar schon häufiger dran vorbeigelaufen, war aber immer davon ausgegangen, dass es ein ganz normaler Kindergarten ist. Ist es aber nicht. Man kann sein Kind dort stundenweise hinbringen, wenn man vielleicht einen wichtigen Termin hat, zum Arzt oder zu einer Behörde muss, wenn die Tagesmutter mal ausfällt oder man vielleicht auch einfach so überreizt ist, dass man mal eine kleine Auszeit braucht. Allerdings ist diese spontane Betreuung auch nicht gerade günstig. Sie kostet 6,50 € die Stunde + 1,50 € für Mittagessen und wird soweit ich weiß nicht vom Jugendamt gefördert. Ich würde mein Kind daher vllt wirklich mal hinbringen, wenn ich einen furchtbar dringenden Termin habe und mir niemand mein Kind abnehmen kann, aber regelmäßig würde ich das Angebot nicht nutzen. Das könnte ich mir gar nicht leisten. Trotzdem finde ich das Kinderhaus klasse!

Wenn ich gesundheitlich nicht so eingeschränkt wäre, würde ich mich selbst um die Entstehung einer Krabbelgruppe kümmern. Aber ich wäre da leider nicht sehr zuverlässig und ich finde es wie gesagt schon sehr schwierig, Mütter zu regelmäßigen Treffen zu animieren. Woran das genau liegt kann ich mir nicht wirklich erklären. Ich finde es einfach sehr schade.

Am Freitag haben wir übrigens ein Gespräch mit einer neuen Tagesmutter und mit Glück kann Ian dort ab Ende August hingehen. Drückt mir bzw. vor allem ihm die Daumen :)

Am Wochenende wird Ian wohl zum ersten Mal seit Monaten wieder eine Nacht bei seiner Oma schlafen. Bevor wir umgezogen sind, hat er an den Wochenenden immer mal abwechselnd bei meiner Mutter oder der Mutter meines Freundes übernachtet. Weil der Umzug ihn dann aber so durcheinander gebracht hat, dass er immer Angst hatte, dass wir ihn irgendwo zurücklassen, haben wir das mit den Übernachtungen erstmal ausfallen lassen. Nun hat er sich hier aber so gut eingewöhnt und geht auch wieder ohne Tränen zu seiner Tagesmutter (denn auch das war eine zeitlang schwierig), dass wir es einfach mal wieder austesten möchten. Denn dadurch, dass mein Freund bei sich auf der Arbeit befördert wurde und deshalb länger arbeitet als sonst und nebenbei auch noch seinen Führerschein macht, kommt unsere Beziehung im Augenblick einfach wirklich zu kurz und es wird Zeit, dass wir einfach mal wieder etwas ohne Ian unternehmen. Und sei es einfach ein Kinobesuch oder Essen gehen. Das kann so sehr helfen! Ich bin einfach sehr froh, dass wir die Möglichkeit haben, dass Ian ab und an einfach mal bei unseren Familien übernachten kann :)

Kommentare:

  1. Hallo,
    wir verkneifen uns im Moment auch Kino, Essen gehen usw. am Abend. Seit unsere großen Jungs ausgezogen sind, fehlt uns definitv ein Babysitter ;-). LG Sandra

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  2. Hast Du es schon mal mit den "üblichen" Zetteln im Supermarkt versucht? Fast jeder hier hat eine Pinwand "Von Kunden für Kunden", dort findet sich vielleicht eine Tagesmutter oder eine Krabbelgruppe - oder beides. Auch wenn es nicht zum Thema gehört: Hier haben sich etwa 3-5 Mamis alle zwei oder vier Wochen abwechselnd bei einer zum gemeinsamen Krabbelfrühstück getroffen, ganz zwanglos (ein oder zwei Tage vorher sollte man allerdings schon zu- oder absagen).
    € 6,50 pro Stunde finde ich auch nicht so schlimm, einen guten Babysitter bekommst Du für den Preis nicht. Für Notlagen ist so etwas praktisch. Der Kiga kostet umgerechnet mit € 1,44 pro Stunde zwar (wesentlich) weniger, kann dafür aber auch viel besser planen.

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  3. ich find es immer wieder schön zu lesen wenn Kinder bei ihrer Oma sein können, das ist bei uns leider nicht der Fall (lange Geschichte) ... aber für dich als Mutter auch eine große Erleichterung, selbst wenns nur für ein paar Stunden ist.

    Mit den Krabbelgruppen in dörflicher Umgebung, das kenn ich, hatten wir auch das Problem, wie du es beschreibst ... aber durch unsere Einteilung ging es auch ohne (auch wenn es schade ist, und das kind so nicht mit anderen Kindern in engeren Kontakt kam).

    Ich drücke dir für die Suche nach einer neuen Tagesmutter ganz feste die Daumen, dass ihr da erfolgreich fündig werdet .

    LG Bibi

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