Montag, 14. Januar 2013

Ein Stall voller Kinder vs glückliches Einzelkind

Die Eltern + Kind Blogparade geht auch dieses Jahr weiter und ich freue mich sehr darüber auch weiterhin verschiedenste Meinungen zu den vielen verschiedenen Familienthemen die so anfallen lesen zu können. Das Januarthema:

“Ein Stall voller Kinder vs. glückliches Einzelkind” soll unser Thema lauten und ich bin sicher, dass euch dazu einiges einfallen wird. Und nicht nur das: Ganz nebenbei können wir auch aufräumen mit Vorurteilen (wie dem verzogenen Einzelkind, das schon mit vier Jahren sein eigenes Pferd besitzt oder der Mehrkindfamilie, derer Mutter nur alte Strickpullis trägt), wir können Einblick geben in unsere Familienplanung und uns austauschen zum Abenteuer Großfamilie oder auch zu unserem Lebensentwurf, der nur ein Kind beinhaltet.
Erzählt mir von eurer Familie, berichtet mir vom optimalen oder nicht ganz so passenden Altersabstand, schreibt darüber, wie glücklich oder unglücklich ihr mit eurer Situation seid. Und vielleicht habt ihr auch ein paar Tipps für diejenigen, die noch weitere Kinder planen.


Über dieses Thema mache ich mir nun schon seit einigen Monaten viele Gedanken. Ich habe mir schon immer viele Kinder gewünscht, weil ich selbst viele Geschwister habe und das ganz klasse finde! Viele von euch haben sicher beim Lesen meines Blogs schon mitbekommen, dass die Geburt von Ian bei mir eine starke Schilddrüsenunterfunktion ausgelöst hat unter der ich viel zu leiden habe. Nicht nur, dass ich viel mit Schmerzen, Müdigkeit und starker Gewichtszunahme zu lkämpfen habe, die Chance noch ein Kind zu bekommen ist leider so rapide gesunken, dass wir uns quasi schon damit abgefunden haben, dass es bei einem Kind bleiben wird. Zumal ein Kind für mich durch die Schilddrüsenunterfunktion schon eine große Herausforderung ist. Ich musste lernen, meine wenig vorhandene Energie den Tag über gut einzuteilen, um trotz allem eine aufmerksame und fürsorgliche Mutter sein zu können. Mittlerweile klappt es glücklicherweise recht gut und ich bin Ians Omas sehr dankbar, dass sie mich unterstützen und mir abwechselnd jedes Wochenende das Kind für eine Nacht abnehmen, damit ich mich ausruhen kann.
Dass Ian ein Einzelkind ist merkt man. Aber jedes erste Kind ist ja im Grunde erst einmal ein Einzelkind, bis dann irgendwann das erste Geschwisterchen kommt.
Er teilt nicht gern und braucht unheimlich viel Aufmerksamkeit von seinen Eltern.
Ich bin ganz froh, dass er ab Februar zu einer Tagesmutter geht. Nicht nur, damit ich etwas mehr Zeit für mich habe (und damit die Möglichkeit noch mehr Energie fürs Kind zu sammeln), sondern damit er mehr mit anderen Kindern in Kontakt kommt. Das fehlt im Moment nämlich sehr. Ich habe zwar eine ganz wahnsinnig liebe Freundin mit 4 Kindern, deren Jüngster Ians bester Freund ist, aber wir kommen im Moment aus verschiedensten Gründen eher selten dazu uns zu sehen. Hauptsächlich, weils mir oft nicht so gut geht und weil ihre Kinder im Moment jede Krankheit für sich beanspruchen die sie bekommen können. Gerade haben sie alle die Grippe, da kann ich sie natürlich auch nicht besuchen. Auch seine beiden Cousins sieht Ian im Moment wenig. Gestern waren wir endlich nach einer Ewigkeit bei ihnen wieder zu Besuch und man hat gemerkt, dass es Ian schnell zu viel wurde. Weil sie ihn so lange nicht gesehen hatten, wollten sie ihn viel umarmen und auf dem Schoß haben (total süß!), aber das mag Ian leider überhaupt nicht und irgendwann war er einfach nur noch unglücklich.

Für mich stand immer fest, dass ich kein Einzelkind haben möchte. Sicher, mit vielen Geschwistern muss man viel teilen und meist ist das Geld in großen Familien auch knapp. Das kann schwer sein. Aber wenn ich mal Hilfe brauche, sind gleich 4 Geschwister für mich da. Irgendeiner hat immer einen Rat oder packt mit an und es hat mich auch gut aufs Leben vorbereitet, viele Geschwister zu haben. Ich gehe sparsam mit meinem Geld um, gebe gerne und helfe gern.
Ich möchte nicht damit sagen, dass Einzelkinder nicht so sein können. Aber ich merke auch, wie sehr ich Ian verwöhne, weil ich die Zeit dafür habe, mich nicht noch um ein anderes Kind kümmern muss und man kauft auch schneller einem Kind etwas, als spontan Geld für 3 Kinder auszugeben. Und auch die Mutter meines Freundes kauft viel für Ian weil er ihr einziges Enkelkind ist und wenn wir bei ihr zu Besuch sind, bekommt er das volle Unterhaltungsprogramm.
Das war bei uns anders. Meine Oma hat 9 Enkelkinder und wenn alle Enkelkinder zu Besuch waren, mussten wir uns selbst beschäftigen, hatten aber auch gleich massig Spielgefährten zur Auswahl. Wenn Ian älter ist, wirds ihm bei der Oma wahrscheinlich schneller langweilig werden, weil eben andere Kinder dort fehlen (es sei denn die beiden Brüder meines Freundes fangen doch irgendwann mal damit an, an eine eigene Familie zu denken ;) ).

Ian mit seinem Cousin Jannick (5)
Wenn ich die Wahl hätte, wäre ich auf jeden Fall für mindestens 2 Kinder, weil ich finde, dass die Vorteile für die soziale Entwicklung überwiegen.

Da ich aber die Wahl nicht mehr habe, möchte ich einfach, dass Ian so viel wie möglich mit anderen Kindern in Kontakt kommt, dass seine beiden Cousins ein wenig wie Geschwister für ihn werden und dass er sich viel von seinen Eltern, die eben beide in großen Familien aufgewachsen sind, abschaut.

Und auf jeden Fall würde ich die Wahl, ein Einzelkind zu haben, immer der Möglichkeit eines kinderfreien Lebens vorziehen! Glücklich können letztendlich alle Kinder werden. Es kommt einfach nur drauf an, wie man mit ihnen umgeht und was man ihnen beibringt.


Kommentare:

  1. Ich wollte auch nie ein Einzelkind, da ich aus einer großen Familie komme. kann deine Argumente echt gut verstehen. Das ist wirklich schade, dass es bei dir nicht geht. Aber deine Gesundheit ist das höchste Gut das du hast und die geht natürlich vor.
    Ich finde das gut wie du denkst, es kommt nur drauf an was man daraus macht. Das stimmt!
    Und wenn die Kinder erstmal im Kindergarten, Schule oder sonst wo sind lernen sie von ganz alleine sozial Verhalten ;)
    Und ein Einzelkind hat ja auch so seine Vorteile!

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  2. Denk an dich und an euer Glück Süße!!! Ich drücke dich
    lg ayin

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  3. Im letzten Satz hast du das wunderbar zusammengefasst, unterschreibe ich genauso! Es tut mir leid, dass Ian höchstwahrscheinlich ein Einzelkind bleiben wird. Ich hätte gerne mehr Geschwister gehabt! Aber andererseits ist er dann auch ganz allein der Stolz seiner Eltern, auch schön! LG

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  4. hi! ich bin eben durch zufall auf deinen blog gestoßen und deine geschicht kommt mir bekannt vor.... würde dir gerne etwas dazu schreiben wenn du magst....schreib mir doch bitte eine email... findest du in meinem blog....konnte deine mailadresse leider nicht finden.lg, yvonne

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  5. Hi. Ein bewegender Bericht!

    Ich würde das Glück auch nicht herausfordern. Wenn es eben so ist, dann ist es eben so. Freut euch mit und über euren Ian. Ich wünsch euch noch eine tolle Zeit.

    LG Romy

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  6. Ein Bericht, der unter die Haut geht ... der kämpfergeist hat dich aber nicht verlassen und das ist schön. Wer weiß was das Leben noch bringt ... wünsch euch alles Gute für die Zukunft

    LG Bibilotta

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